Michel

Mix, geboren 2005, gestorben am 5. Juni 2016

Aufnahmedatum: 2. Juli 2013

 

Aufnahmegrund: Michel ist gelähmt. Michel war von einem Pseudo-Tierschützer nach einem Autounfall jahrelang in Spanien unversorgt auf einem Gelände gehalten worden und dann mit einer großen Hundegruppe nach Deutschland verbracht worden, als dieser Mann wieder nach hier zog. Kaum zwei Monate in Deutschland setzte der den Hund einer Bekannten vor die Tür mit dem Bemerken, entweder sie würde ihn nehmen oder er würde ihn einschläfern lassen. Michel war zu diesem Zeitpunkt in einem schlimmen Zustand. Seine Augen quollen aus den Höhlen hervor, sein gesamter Bauch war aufgerutscht, er stank erbärmlich, ein Bild des Jammers. Sie bat uns um Hilfe, da sie in ihrer eigenen Hundegruppe schlicht mit dem kleinen Kerl überfordert gewesen wäre und Angst hatte, dass er sonst doch eingeschläfert würde.

 

Aufenthaltsort: bei Celle

 

Michel wohnt jetzt bei Elke zusammen mit einigen Hunde- und Katzenfreunden. Michel ist ein sehr anspruchsvoller Hund in der Pflege, da er aufgrund seiner Lähmung regelmäßig die Blase entleert bekommen muss und so pingelig ist, dass schon beim geringsten Pippigeruch sein gesamtes Bettchen neu bezogen werden muss. Was für den Leser lustig klingt, ist im Alltag nicht leicht zu bewerkstelligen, da Michel auch Nachts darauf besteht, sofort versorgt zu werden, wenn er irgendwas auf dem Herzen hat. Er kann sich selbst rutschend gut fortbewegen und kommt überall hin, wo er hinmöchte. Die Betonung liegt da ganz klar auf "wo er hinmöchte". Da sein Rücken durch die mangelnde Erstversorgung und jahrelange Fehlbelastung sehr krumm geworden ist, war eine Anpassung eines Rollis bisher erfolglos, da er krumme Vorderbeinchen hat und diese dann massiv überlasten würde.

 

Michel ist zudem fast blind, so dass ihm eine Orientierung manchmal schwer fällt, so dass er bei Unsicherheit laut anfängt zu fiepsen, bis ihm sein Mensch Halt und Bestätigung gibt.

 

Futtertechnisch war es eine echte Herausforderung, ihn an eine Futteraufnahme zu gewöhnen, die ihn zumindest zwei Stunden am Stück sättigt. Am liebsten würde er alle halbe Stunde ein paar Bröckchen fressen. Der Herr ist da sehr eigen. Und er gibt ausgesprochen witzige Töne von sich, wenn es ihm schmeckt.

 

Wer also glaubt, ein Hund mit solchen Einschränkungen hätte keine Lebensqualität, den belehrt unser Michel täglich eines Besseren. Zugegeben, Hund braucht dann natürlich entsprechend geschultes und hilfsbereites Personal, aber sind die Menschen erstmal auf ihn eingestellt, kann es so einem Hund prächtig gehen. Michel zum Beispiel guckt unheimlich gerne Fußball zusammen mit Herrchen. Dabei lässt er sich genüsslich kraulen und findet die Welt wunderbar.

 

Michel bleibt mittlerweile sehr brav stundenweise mit Hundefreund alleine und ist ansonsten sehr anhänglich.

 

Zur Gesundheit: Wie oben dargestellt ist Michel gelähmt an den hinteren Gliedmaßen und kann dementsprechend seine Blase nicht selbst entleeren. Er ist stark weitsichtig und bereits zweimal an den Augen operiert worden. Er benötigt ständig sehr teure Augentropfen und Inkontinenzunterlagen.

 

5. Juni 2016

 

Michel ist heute gestorben, nach fast drei Jahren liebevoller Betreuung durch Elke und Ecki.

 

Der kleine Schietbüddel, Quarkbär, Nölepeter und was wir alles zu ihm gesagt haben, er hat immer gut aufgepasst, wo seine Elke war, und dass er ja dabei war und sie auch seine Pippiunterlagen sofort wechselte, wenn mal was schiefgegangen war, da war er ganz pingelig.

 

Michel war ein anspruchsvoller kleiner Hund in jeder Hinsicht. Auch beim Futter äußerst wählerisch war es eine Kunst, ihn glücklich zu halten. Und diese Kunst haben Elke und Ecki beherrscht, meisterhaft. Alles wurde für den kleinen Zwergi gemacht, damit er es gut hat und sich wohlfühlt. Bei Elkes Schilderungen wurde mir jedesmal warm ums Herz und ich habe sie für ihren Einsatz oft bewundert.

 

Seit einiger Zeit nun merkte man ihm schon an, dass seine stark deformierten Vorderbeinchen ihm Schwierigkeiten machten und auch sein Herz nicht mehr so recht wollte. Und so hat unser Zwergi die bisher heißesten Tage dieses Jahres genutzt, um seine Reise in eine neue Welt vorzubereiten. Heute früh ist er gegangen und unsere Liebe begleitet ihn. Danke, liebe Elke, lieber Ecki, wir trauern alle mit euch.

 

 

 

 

 

 

 

Fotos aus dem Alltag